Markt

CO2-Abgabe: So viel teurer wird Heizen mit Öl und Gas wirklich

Was der EU-Emissionshandel ETS-2 ab 2028 für Ihre Heizkosten bedeutet

15. August 2026· 7 Min.

Was ist die CO2-Abgabe?

Seit 2021 wird in Deutschland auf fossile Brennstoffe eine CO2-Abgabe erhoben. Sie soll den Umstieg auf klimafreundliche Technik beschleunigen und steigt planmäßig: von 25 Euro pro Tonne CO2 beim Start auf aktuell 55 bis 65 Euro.

Ab 2028 bestimmt der Markt den Preis

Der entscheidende Wendepunkt kommt mit dem EU-Emissionshandel für Gebäude und Verkehr (ETS-2), der nach aktuellem Stand 2028 startet. Dann wird der CO2-Preis nicht mehr politisch festgelegt, sondern am Markt gebildet – wie ein Börsenkurs. Experten-Prognosen für 2030 reichen von 120 bis 200 Euro pro Tonne.

Was heißt das in Euro für Ihr Haus?

Ein Liter Heizöl verursacht rund 2,65 Kilogramm CO2. Für ein Einfamilienhaus mit 2.000 Litern Verbrauch pro Jahr bedeutet das:

  • Heute (55 €/t): rund 290 € CO2-Abgabe pro Jahr
  • 2030 bei 120 €/t: rund 640 € pro Jahr
  • 2030 bei 200 €/t: über 1.000 € pro Jahr
  • Wohlgemerkt: Das kommt zusätzlich zum eigentlichen Ölpreis. Bei Erdgas sieht die Rechnung ähnlich aus, nur etwas milder.

    Die Wärmepumpe zahlt keine CO2-Abgabe

    Strom trägt keine CO2-Abgabe nach ETS-2-Logik für Ihr Heizen – und wenn er vom eigenen Dach kommt, kostet er ohnehin nur einen Bruchteil. Eine Wärmepumpe mit PV-Anlage koppelt Ihre Heizkosten dauerhaft von der Abgabenspirale ab.

    Warum das Timing gerade günstig ist

    Noch fördert der Staat den Umstieg mit bis zu 80 Prozent über die KfW – der Austauschbonus von 16 Prozent gilt aber nur noch in voller Höhe bis Anfang Februar 2027, danach schmilzt er ab. Teurer werdende Abgabe auf der einen Seite, schrumpfende Förderung auf der anderen: Das Zeitfenster für den wirtschaftlich optimalen Wechsel ist jetzt.

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