Vier Jahre, die den Energiemarkt umgekrempelt haben – ein Rückblick aus der Praxis
Als wir 2021 gegründet haben, kostete Erdgas für Haushalte rund 6 bis 7 Cent pro Kilowattstunde. Ein Jahr später, nach dem russischen Angriff auf die Ukraine, zahlten Neukunden zeitweise über 20 Cent, und die Strompreise erreichten Rekordwerte. Wer damals schon eine PV-Anlage mit Speicher hatte, spürte davon fast nichts. Diese Erfahrung hat bei vielen unserer ersten Kunden das Denken verändert: Unabhängigkeit ist kein Öko-Thema, sondern eine Versicherung.
Der Staat deckelte Strom- und Gaspreise mit Milliardenpaketen, trotzdem lag der Haushaltsstrompreis im Schnitt bei fast 42 Cent pro Kilowattstunde. Die Nachfrage nach PV-Anlagen erreichte in Deutschland ein Allzeithoch. Die Lektion aus dieser Zeit: Wer auf staatliche Entlastung wartet, bleibt abhängig von politischen Entscheidungen.
Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) machte den Umstieg auf erneuerbares Heizen zur Pflicht bei neuen Heizungen, gleichzeitig startete die großzügige KfW-458-Förderung mit bis zu 70 Prozent Zuschuss für Wärmepumpen. Aus unserem Alltag können wir sagen: Kaum ein Kunde kannte anfangs die tatsächliche Förderhöhe – die meisten haben mit deutlich weniger gerechnet.
Die Einspeisevergütung sank weiter und steht für Neuanlagen vor dem Aus, dafür wurden dynamische Stromtarife und Speicher zum Standard. Der Strompreis liegt 2026 trotz staatlich bezuschusster Netzentgelte bei rund 37 Cent für Durchschnittshaushalte. Und mit dem EU-Emissionshandel ETS-2 steht ab 2028 die nächste Verteuerung für Öl und Gas fest im Kalender.
Vier Jahre Energiemarkt zeigen ein Muster: Fossile Energie wird politisch planmäßig teurer, Eigenstrom bleibt konstant günstig. Jede der großen Änderungen seit 2022 hat die Rechnung zugunsten von PV, Speicher und Wärmepumpe verschoben. Die beste Absicherung gegen die nächste Preisrunde ist ein Dach, das Ihr eigenes Kraftwerk ist.
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